Liebe Leserinnen und Leser, liebe Freundinnen und Freunde der Basler Museen

Unbestritten gehören Soziale Netzwerke wie Facebook, Twitter, YouTube, Blogs sowie andere partizipative und interaktive Medien aktuell zu den meistdiskutiertesten Themen im Kultur- und Kommunikationsbereich und gehen damit auch die Museen etwas an. Wie viele meiner Kollegen und Freundinnen interessieren und faszinieren mich diese neuen Kommunikationsformen und das sich verändernde Informationsverhalten theoretisch wie praktisch. Doch da ich nicht 'digital geboren' (born digital) wurde, sondern zu den so genannten Digital Immigrants zähle und folglich nicht mit digitalen Technologien aufgewachsen bin, überfordert mich die an sich wunderbare Unbegrenztheit der digitalen Möglichkeiten auch. Zwischen Euphorie und Skepsis drängen sich Fragen auf, etwa bezüglich der Chancen und Grenzen der diversen Netzwerke, des Verhältnisses von Nutzer/-innen solcher Plattformen und effektiven Museumsbesucher/-innen, von Qualität und Quantität der ausgetauschten Informationen; und es beschleicht mich ein - für viele Digital Immigrants wohl typisches - Unbehagen bezüglich Datenschutz, Kontrollverlust etc.

Vor diesem Hintergrund entstand die aktuelle Ausgabe des museen basel magazins. Wir haben uns zunächst bei den Kolleginnen und Kollegen in den museen basel nach ihren Erfahrungen mit den neuen Medien erkundigt; dabei hat sich gezeigt, dass zur Stunde ein spielerisches Ausprobieren und pragmatisches Learning-by-doing angesagt ist. Kaum jemand verfügt über ausreichend Erfahrung oder verfolgt eine klare Kommunikationsstrategie, viele aber verfügen über die notwendige Neugier und Freude am Experiment. Selbstverständlich haben wir auch über den Tellerrand hinaus geschaut und interessante Beispiele in Deutschland und im angelsächsischen Raum gefunden.

Unser vorläufiges Fazit: Wir alle sind gefordert, es gibt nicht nur einen, sondern unzählige Mittel und Wege, die zum Ziel - oder wohl eher - zu Zielen führen. Unbestritten ist das Thema aktuell und weitgreifend und können auch die Museen sich dem Diskurs nicht entziehen. Hilfreich dabei ist, die Bedürfnisse des Publikums und die individuellen Kapazitäten zu kennen und die eigenen Ziele zu formulieren. Eine Kunst hingegen ist es, die sich anbietenden Mittel und Wege kritisch, aber mit grosser Offenheit zu prüfen, zu diskutieren - und sie sich schrittweise zu Nutze zu machen.

So hat die Arbeit am Heft uns im besten Sinne neue Welten eröffnet. Hoffentlich gelingt es, diese auch Ihnen ein Stück näher zu bringen. Viel Spass bei der Lektüre sowie bei Ihren Entdeckungsreisen durch die - auch virtuellen - Basler Museen!


Eva Keller
Leiterin museumsdienste basel

Die aktuelle Ausgabe des museen basel magazin können Sie gerne bei uns bestellen (info@museenbasel.ch oder 061 267 84 01). Das PDF des Schwerpunktes "Museum 2.0, ob und wie sich das Mitmachen lohnt" (S. 12-20) finden Sie hier: museen basel magazin 1/2012: Museum 2.0 (PDF 579 KB)