
Silberkuppe zu Gast. Old Ideas
16.01. - 14.03.2010
Silberkuppe, ein von Dominic Eichler und Michel Ziegler gegründeter Kunstraum, ist einer der umtriebigsten, unabhängigen Orte für zeitgenössische Kunst in Berlin und Treffpunkt zahlreicher Künstlerinnen und Künstler. Seit seiner Eröffnung im Frühjahr 2008 konnte man dort ein schillerndes Programm von Ausstellungen, Gesprächen, Filmvorführungen, Konzerten, Tanz und Performances erleben. Eingeladen vom Museum für Gegenwartskunst, wird die Silberkuppe neue, teils ortspezifische Arbeiten von Künstlerinnen und Künstlern aus ihrem kosmopolitischen, generations-übergreifenden Umfeld ermöglichen und unter dem Motto "Old Ideas" zeigen. Der Titel reflektiert das Anliegen der Silberkuppe, als junger Kunstraum der Projektion des Vorwärtsstürmenden zu entkommen und sich eher mit einem nach vorne gerichteten Blick auf Gewesenes zu beziehen. Die eingeladenen Künstler werden Arbeiten zeigen, die unter anderem mit den Ideen von Raum und Kontext und dem Thema des Sammelns im Sinne des Austauschs und der Darstellung subjektiver, imaginärer und referenzieller Materialien spielen. Phyllida Barlow (*1944, lebt und arbeitet in London) umspielt in ihrer in situ installierten Arbeit "Hide" mit ihrer abstrakten Formensprache die architektonische Struktur des Museums. Ähnlich arbeitet der Künstler Gerry Bibby (*1977, lebt und arbeitet in Berlin). Er wird für die Ausstellung eigens eine Landschaft aus abgeformten Raumzitaten seines Berliner Ateliers entwerfen. Mit seinen neuen Schilder- und Soundarbeiten zeichnet Dirk Bell (* 1969, lebt und arbeitet in Berlin und London) den minimalen Nachhall von Licht und Sound auf, der als ein Nebenprodukt des erbauten Kommerzes erschallt. Der Schweizer Künstler Shahryar Nashat (*1975, lebt und arbeitet in Berlin) bezieht in seinem im Lager des Kunstmuseums Basel produzierten Film die Sammlung mit ein, indem er zwei Skulpturen des Schweizer Künstlers Karl Geiser (1989 - 1957) zu Protagonisten werden lässt. Eine reproduzierte zweiteilige Sitzecke (1966) der französischen Designerin Janette Laverrière (*1909, lebt und arbeitet in Paris) zusammen mit zwei augenförmigen Teetischen (1990) trägt den Titel "Black Eye" und repräsentiert damit den diskursiven Aspekt der Silberkuppe in Berlin. Josephine Pryde (*1967, lebt und arbeitet in Berlin und London) zeigt neue Arbeiten die zwischen Fotografie und Skulptur angesiedelt sind. Im Rahmen der Ausstellung wird es ein vielfältiges Programm an Vorträgen, Performances und Filmabenden mit den Künstlern der Ausstellung, Kuratoren, Kritikern und Musikern geben.
Im Mai 2009 organisierte Silberkuppe ein zwei Wochen langes Programm mit 17 internationalen Künstlern in der Staatlichen Kunsthalle Baden-Baden als Teil der Ausstellungsreihe '7 x 14'. Vor kurzem wurde Silberkuppe von der Hayward Galerie in London eingeladen, um ein Projekt vorzustellen, das die Geschichte von projektbasierender unabhängiger und kollektiver kultureller Produktion in einem vereinigten Berlin zum Ausgangspunkt nahm. Zusätzlich zu seinem fortwährenden aktiven Programm im Berliner Ausstellungsort, wird Silberkuppe 2010 auch Projekte für die Kunsthalle Bergen (Norwegen) und den Open Space auf der Art Cologne erarbeiten.



