
Im antiken Rom ging es beim matrimonium nicht um romantische Liebe – es war ein rechtlicher Mechanismus zur gesellschaftlichen Integration, der Frauen und Kindern das römische Bürgerrecht und den Schutz durch das Gesetz gewährte. Im Kern war die Ehe ein bürokratischer Schlüssel, um rechtliche Marginalisierung zu überwinden.
Heute, wenn eine Ehe dazu genutzt wird, aufenthaltsrechtliche Papiere zu sichern, schliesst sich der Kreis. Befreit von modernen romantischen Vorstellungen kehrt die Institution zu ihrem ursprünglichen Zweck zurück: Aus einer „aussenstehenden“ Person wird ein:e Bürger:in, geschützt durch den Staat – wobei das Familienrecht zum Pass für das eigene Überleben wird.
In diesem Sinne feiern wir eine Party – nicht um eine Ehe zu feiern, sondern um die Ehe als Institution in ihrem ursprünglichen, elementaren Zustand zu feiern. Bei Essen und Musik laden wir euch ein, gemeinsam zu feiern – für all jene, die Zuflucht suchen, und für all jene, die sie gewähren.